Scharlach auf Meditricks.de

Scharlach: S. pyogenes

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  • Scharlach ist eine klassische Kinderkrankheit, weshalb wir uns hier im Kinderzimmer wiederfinden. Und zwar sind wir zu Besuch beim Kind mit Schal, das nicht mehr lacht – für Scharlach. Der Junge wird von den fiesen Kettenkokken geplagt. Diese unterrichten ihre Bakteriophagen gerade im ABC (Toxine A, B, C). Der Junge wollte sich gerade noch seine Milch und Kleie gönnen (Milchbart, Kleie-förmige Schuppung) und hat mit den 48 Stecknadeln gespielt (Stecknadel-förmiges Exanthem).

    Ein paar der Kettenkokken hat er schon mit den Stiften erledigt (Penicillin-V) … ein Kettenkokkus bringt gerade schnell noch die Post weg (CAVE Poststreptokokken-Erkrankungen).

    ClearErkundungsbild
    1
    Scharlach
    Kind mit Schal, das nicht mehr lacht
    1/25
    Basiswissen
    2
    Auch "second disease"
    Victory/Peace-Zeichen mit 2 Fingern
    Gehört zu den 5 klassischen Exanthemerkrankungen der Pädiatrie.
    2/25
    Basiswissen
    3
    V.a. zwischen 4-10 Jahren
    4 Erdbeeren an einem Schalende und die Zähne (Zehn) am anderen.
    3/25
    Quintessence
    4
    Streptococcus pyogenes
    Kettenkokken mit Feuer (gr. Pyr)
    Streptococcus pyogenes kommt aber eigentlich von pyogen = eiterbildend.
    4/25
    Quintessence
    5
    Scharlach-Toxine A, B oder C.
    ABC
    Durch Bakteriophagen infizierte Streptokokken produzieren die Toxine A, B oder C. Daher zwingt der Streptokokkus das Virus, das ABC zu lernen. Die Immunität besteht immer nur gegen das jeweilige Toxin bzw. den Streptokokken-Stamm.
    5/25
    Quintessence
    6
    Beta-hämolysierenden Streptokokken der Lancefield Gruppe A
    Streptokokke mit Lanze und A-Flagge auf dem Kopf des Jungen
    Die beta-Hämolyse zeigt sich auf dem Blutagar mit einer kompletten Lyse der Erythrozyten, weshalb sich klare Höfe um die Streptokokkenkolonien formen.
    6/25
    Quintessence
    7
    Immunität nur gegen jew. Toxin/S.-Stamm (ABC)
    Denkblase: "Nicht schon wieder..."
    Immunität besteht immer nur gegen entsprechendes Toxin bzw. den bildenden Streptokokken-Stamm. Ein erneutes Erkranken ist möglich.
    7/25
    Basiswissen
    8
    Toxin-bildende Bakterien lösen Exanthem und systemische Reaktion aus
    Feuerkokkus schüttet Glas mit rotem Toxin auf die Haut.
    8/25
    Basiswissen
    9
    Reinfektion führt zu Tonsillitis/Pharyngitis.
    Feuerkokkus mit leerem Glas ohne Toxin.
    Reinfektion mit gleichem Toxin (oder Bakterien ohne Toxin) führt zu Tonsillitis/Pharyngitis.
    9/25
    Basiswissen
    10
    Inkubationszeit 2-7 Tage
    Schal um Wochenkalender
    10/25
    Expertenwissen
    11
    Stecknadelkopfgroßen Exanthems nach 48h
    Paket mit 48 Stecknadeln
    11/25
    Basiswissen
    12
    Abrupter Beginn mit hohem Fieber, Abgeschlagenheit und Erbrechen
    Fieberthermometer im Mund, grün-angelaufenes Gesicht
    12/25
    Basiswissen
    13
    Tiefrot geschwollene Mandeln, Zunge initial weißlich belegt
    roter Mund, weißliche Zunge
    13/25
    Basiswissen
    14
    Typische Erd-/Himbeerzunge.
    Sahne auf der Zunge mit Erd-/Himbeere. Johannisbeere für Papillenhyperplasie.
    Im Verlauf kommt es zum Enanthem mit Papillenhyperplasie der Zunge und der typischen Erd-/Himbeerzunge.
    14/25
    Quintessence
    15
    Submandibulär vergrößerte Lymphknoten
    Grüne Lymphknoten unter dem Kinn
    15/25
    Basiswissen
    16
    Periorale Blässe
    Milchbart und Milchflasche in der Hand
    Die periorale Blässe gilt als klassischen für den Scharlach und wird auch Milchbart genannt.
    16/25
    Quintessence
    17
    Stecknadelkopfgroßes feinfleckiges Exanthem
    Stecknadeln
    Pathognomonisches feinfleckiges Exanthem mit typischerweise stecknadelkopfgroßen, rot erhabenen Flecken ab dem 2. - 4. Krankheitstag. Die Ausbreitung kann über den ganzen Körper erfolgen; deutlichsten in den Gelenkbeugen und der Leiste.
    17/25
    Quintessence
    18
    Sandartiges Gefühl bei Palpation des Exanthems
    Sandhaufen mit Stecknadeln darin
    18/25
    Basiswissen
    19
    Kleieförmige Schuppung nach ca. 2 Wochen
    2-Wochen Vorratspackung Kleie
    19/25
    Basiswissen
    20
    Diagnostik
    Nicht im Bild
    Blickdiagnose, Abstrich und Schnelltest auf beta-hämloysierende A-Streptokokken möglich. Test 85% sensitiv und 95% spezifisch, Kultur in Praxis unrelevant.
    20/25
    Basiswissen
    21
    Poststreptokokkenerkrankungen meist 4-6 Wochen nach Infektion
    Sechs Postpakete auf dem Weg zu den betroffenen Organen
    Immunologische Reaktionen nach Infektion. Heutzutage deutlich seltener. Antibiose nicht immer zwingend.
    21/25
    Quintessence
    22
    Therapie
    Nicht im Bild
    Tendenziell Antibiose zur Prophylaxe von Komplikationen und zum Verkürzen der Ansteckungszeit. Neuere Studiendaten relativieren dies jedoch hierzulande. Bei Antibiose: Keine Infektiösität nach 24h.
    22/25
    Basiswissen
    23
    Mittel der Wahl ist Pencillin V
    Stifte in V-Form
    23/25
    Quintessence
    24
    Alternativ bei Penicillin-Allergie oder Resistzenz: Makrolide wie Erythromycin
    Kettekokkus bekommt großen Deckel auf den Kopf (engl. macro lid= großer Deckel)
    24/25
    Basiswissen
    25
    Alternativ: Cephalosporine
    Büste eines chlor-grünen Kopfes (hier für Cefaclor) erschlug Kettenkokkus
    25/25
    Basiswissen
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