Vestibuläres System: Bogengangsorgane medizin lernen mit den Eselsbrücken von Meditricks.de

Vestibuläres System 3: Bogengangsorgane

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Hier eine Vorschau,
wie wir dieses Thema behandeln und wie unsere Eselsbrücken aussehen:

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Vestibuläres System 3: Bogengangsorgane

Inhaltliche Einleitung
Die Bogengangsorgane ermöglichen es uns, Drehbeschleunigungen wahrzunehmen. Drehbeschleunigungen wirken im Alltag ständig auf den Kopf und das darin befindliche Vestibularorgan, und zwar in alle Richtungen. Nicht nur beim klassischen Kopf-Drehen oder Karussellfahren: Bei genauerem Betrachten beinhalten auch alle nicht perfekt gerade ausgeführten sonstigen Bewegungen Dreh-Komponenten – zum Beispiel das Aufrichten und Hinsetzen, oder auch schon nur das Gehen, sofern es nur ein klein wenig schwankt, von unkontrollierten Bewegungen wie Stürzen ganz zu schweigen. Um hier das Gleichgewicht halten zu können, können die Bogengangsorgane gemeinschaftlich Drehbeschleunigungen um alle denkbaren Achsen detektieren.

Basiswissen

  • Anatomie > Hinweise Skizze

    3 Bogengänge

    3 Gänge mit Schießbögen („Bogen-Gänge“)

    Es gibt den vorderen, hinteren und lateralen Bogengang. Latein: Ductus semicircularis (Plural: Ductus semicirculares, sprich: Duktuus). Grob gesprochen handelt es sich bei den Bogengängen um pro Seite drei annähernd kreisförmige haarfeine Kanäle im Felsenbein.

  • Anatomie > Hinweise Skizze

    Münden in Vorhof bzw. Utriculus

    Mündungen bei U-Trikot

    Die Ein- und Ausgänge der Bogengänge münden in den knöchernen Vorhof (Vestibulum labyrinthi). In den knöchernen Bogengängen schwimmt jeweils ein Membranschlauch (häutiges Labyrinth), die direkt in den im Vestibulum befindlichen Utriculus münden.

  • Anatomie > Hinweise Skizze

    Jeweils rechter Winkel zueinander

    Richter misst Winkel

    Dadurch decken sie alle drei Raumdimensionen ab.

  • Anatomie > Hinweise Skizze

    Anordnung: nach lateral offener 90°-Winkel

    Nach lateral aufgeklapptes Buch

    Vorderer und hinterer Bogengang stehen wie ein aufrecht stehendes, um 90° aufgeklapptes Buch, mit dem Buchrücken nach medial, nach lateral die geöffneten Buchseiten. Der laterale Bogengang liegt flach in der Ebene, auf der das „Buch“ steht. Das Buch im Bild steht hier genau in den Winkeln wie die steinernen Bogen-Gänge, und damit wie auch die anatomischen Bogengänge.

  • Anatomie > Hinweise Skizze

    Bogengänge liegen nach hinten gekippt, ca. 30°

    Bogen-Gänge nach hinten gekippt, durch Reisig (30)

    Die drei Bogengänge liegen allesamt nicht genau in der Sagittal-, Koronar- oder Transversalebene. Insbesondere liegt der ganze Bogengangsapparat ca. 30° nach hinten gekippt.

  • ...

Expertenwissen

  • Physiologie > Zusammenspiel des rechten und linken Bogengangsorgans

    Vestibularorgan auf der Seite der Drehrichtung wird aktiviert

    Westen-Orgel tönt auf der Seite, wo Kurbel gedreht wird

    Das heißt: Drehung nach rechts → rechtes Bogengangsorgan wird aktiviert.

  • Physiologie > Zusammenspiel des rechten und linken Bogengangsorgans

    Vestibularorgan auf Gegenseite wird gehemmt

    Spiegelbildiche Westen-Orgel spielt nicht

    Das heißt: bei einer Drehbeschleunigung werden die ipsilateralen Bogengangs-Haarzellen depolarisiert (→ höhere AP-Frequenz), die gegenüberliegenden hyperpolarisiert (→ Hemmung der AP-Frequenz). Das ist besonders wichtig, um die gegenläufige Aktivität der beiden Bogengangsorgane bei Drehbewegungen zu vergleichen. Dies ermöglicht eine Detektion bereits sehr kleiner Winkelbeschleunigungen.

  • Physiologie > Zusammenspiel des rechten und linken Bogengangsorgans

    Vestibularorgan-Ausfall: in Ruhe Fallneigung zur erkrankten Seite

    Westen-Orgel stürzt an baufälliger Seite ein

    Das tote Vestibularorgan sendet keine Signale mehr (AP-Frequenz = 0). Das gesunde Vestibularorgan auf der anderen Seite sendet in Ruhe mit einer Ruhefrequenz – die AP-Frequenz ist dadurch auf der gesunden Seite höher als auf der kranken. Dies wirkt für das Gehirn also wie eine Drehung in die Richtung des gesunden Vestibularorgans. Deshalb werden die Muskeln aktiviert, die bei einer solchen Drehung normalerweise dafür sorgen würden, das Gleichgewicht zu halten. Da es aber gar keine Drehung gibt, stoßen die aktivierten Muskeln den Körper in die Gegenrichtung, man stürzt also in Richtung des ausgefallenen Vestibularorgans.

  • ...

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