posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Medizin lernen mit den Eselsbrücken von Meditricks.de

Posttraumatische Belastungsstörung

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wie wir dieses Thema behandeln und wie unsere Eselsbrücken aussehen:

posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Medizin lernen mit den Eselsbrücken von Meditricks.de

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, inkl. kPTBS)

Inhaltliche Einleitung
Der Krieg ist vorbei. Doch viele ringen mit Albträumen und Schlaflosigkeit, sind zunehmend depressiv, aggressiv, unfähig, den Alltag zu bewältigen. Beschreibungen solchen Leidens finden sich bereits auf mesopotamischen Keilschrifttafeln, über 3000 Jahre alt. Erst im 20. Jahrhundert wird daraus eine Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). So nennen wir die pathologische Verarbeitung extrem schrecklicher Ereignisse (in Friedenszeiten vor allem: sexuelle Gewalt und andere Misshandlungen, plötzlicher Tod im Umkreis, etc. – ursprünglich: Kriegserfahrungen). Die Betroffenen leiden Monate, Jahre, teils lebenslang unter intensivem Wiedererleben. Ihr Blick auf die Welt und auf sich selbst verändert sich grundlegend: Annahmen von Sicherheit brechen weg, ständiges „auf der Hut sein“ und Vermeidungsverhalten bestimmen den Alltag. Eine somatische und psychische Übererregbarkeit führt u.a. zu Schlaflosigkeit, Schweißausbrüchen und Herzklopfen. Der Leidensdruck ist häufig extrem, die Scham aber auch. Betroffene zu erkennen ist daher zentral, denn es gibt wirksame psychotherapeutische Verfahren.

Basiswissen

  • Posttraumatische Belastungsstörung

    Post-Trauma

    Verzögertes pathologisches Verarbeitungsmuster eines traumatischen, psychisch extrem belastenden Ereignisses (z.B. sexuelle Gewalt, plötzlicher Tod in der Familie, Krieg, etc).

  • Pathophysiologie

    Massive noradrenerge Aktivierung → verhindert kortikale Einordnung

    Noir-Trainerin massiv aktiviert → verhindert Rinden-Einordnung

    Grob gesprochen: Mangels Thalamus-Filterung der traumatischen Eindrücke kommt es zu einer pathologischen Gedächtnisbildung („Traumagedächtnis“) mit wiederum ungefilterter Abrufbarkeit („Triggerbarkeit“ → Wiedererleben). Details s. Erklärbär.

  • Diagnosekriterien

    Trauma: extrem bedrohliches/schreckliches Ereignis

    Trauma-Paket extrem bedrohlich

    ICD-10: das beinahe bei jedem tiefe Verzweiflung auslösen würde (diese Bedingung fällt in der ICD-11 weg). Die betroffene Person muss nicht selbst Opfer des schrecklichen Ereignisses sein – auch das Ansehenmüssen oder schon das Wissen um das Leid Dritter (inbesondere Nahestehender) kann eine PTBS auslösen. Typ-I-Trauma: einmaliges Trauma; Typ-II-Trauma: langanhaltend oder mehrfach.

  • Diagnosekriterien

    Wiedererleben (1/3): Intrusionen

    Erlebt Post-Trauma wieder (1/3): Gedanken-Infusion

    Wiedererleben wird häufig durch Stimuli ausgelöst, die an das Trauma erinnern („Trigger“). Intrusionen sind wiederkehrende, sich aufdrängende Erinnerungen, aber noch wahrnehmbar als bloße Erinnerungen.

  • Diagnosekriterien

    Wiedererleben (2/3): Flashbacks

    Erlebt Post-Trauma wieder (2/3): Flaschen-Bäcker hat Flashback

    Bei Flashbacks hingegen haben die Betroffenen das reale Gefühl, wieder in der traumatischen Situation und tatsächlich genauso ausgeliefert oder hilflos zu sein.

  • ...

Expertenwissen

  • Komplexe PTBS (kPTBS)

    kPTBS = PTBS bei Typ-II-Trauma + Zusatzkriterien

    Komplex gebrochenes Postpaket = Schwan (2)-Trauma mit Kriterienliste

    Das heißt, die Kriterien der PTBS müssen als Grundvoraussetzung auch erfüllt sein. Die Zusatzkriterien werden unter dem Begriff „Störung der Selbstorganisation“ zusammengefasst.

  • Komplexe PTBS (kPTBS) > Zusatzkriterien der kPTBS: Störung der Selbstorganisation

    Emotionsregulationsprobleme

    Emotions-Regulator kaputt

    D.h. erhöhte Reizbarkeit und Wut oder verminderte emotionale Schwingungsfähigkeit bis hin zur emotionalen „Taubheit“ (von engl. „emotional numbing“, eine bessere Übersetzung wäre „emotionale Betäubtheit", da „numb“ mit taub i.S.v. „hörbehindert“ nichts zu tun hat).

  • Komplexe PTBS (kPTBS) > Zusatzkriterien der kPTBS: Störung der Selbstorganisation

    Negatives Selbstbild

    Negativ-Selbstbildnis

    Die Betroffenen empfinden sich häufig als beschädigt oder wertlos. Oft auch tiefgreifende und anhaltende Gefühle von Scham, Schuld und Versagen.

  • ...

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