Plötzlicher Kindstod (SIDS) Medizin lernen mit den Eselsbrücken von Meditricks.de

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

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wie wir dieses Thema behandeln und wie unsere Eselsbrücken aussehen:

Plötzlicher Kindstod (SIDS) Medizin lernen mit den Eselsbrücken von Meditricks.de

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

Inhaltliche Einleitung
Der plötzliche Kindstod (SIDS, engl. Sudden Infant Death Syndrome) bezeichnet den unerwarteten und unerklärbaren Tod eines scheinbar gesunden Säuglings unter einem Jahr. Er ist eines der großen Mysterien der modernen Medizin – man hat sich ihm im Lauf der letzten Jahre angenähert, Risikofaktoren identifiziert, mit deren Kontrolle und viel Aufklärung die Todesfälle gesenkt. Aber pathophysiologisch verstanden ist er bis heute nicht. Obendrein könnte es sich immer auch um eine Kindesmisshandlung mit Todesfolge oder sogar ein Tötungsdelikt handeln, weshalb größte Sorgfalt bei der Leichenschau Pflicht ist. Daraus ergeben sich die drei zentralen Take-Home-Messages: Prävention und Aufklärung stehen an oberster Stelle, sie sind das einzige, das man tun kann. SIDS ist eine Ausschlussdiagnose, die man nur durch Obduktion abschließend stellen kann. Bei der Leichenschau: Stets einen ungeklärten Tod oder sogar Anhaltspunkte für nicht natürlichen Tod bescheinigen. Allein schon weil dies bei tatsächlicher Misshandlung ggfs. das Leben von Geschwisterkindern retten kann.

Basiswissen

  • Allgemeines > Hinweise Skizze

    Plötzlicher Kindstod (SIDS)

    Geist des Babys überrascht: plötzlich tot! (Blitz)

    SIDS = „Sudden Infant Death Syndrome“. Bis heute eine häufige Todesursache im Neugeborenen- und Säuglingsalter.

  • Allgemeines > Hinweise Skizze

    Jungen > Mädchen

    Junge (blauer Strampler)

    Die Pathophysiologie hierzu ist unklar.

  • Allgemeines > Hinweise Skizze

    Häufigkeitsgipfel: 1./2. Lebenstag und 2.–6. Lebensmonat

    Zwei Gipfel: 2 Eintagsfliegegen; Schwan(2) würfelt(6) zum Mond

    Beim ersten Häufigkeitsgipfel spricht die deutsche Leitlinie von „neonatelem SIDS“, v.a. in Amerika strikt getrennt eingeordnet als „SUPC“ (Sudden Unexpected Postnatal Collapse, dt. „Todesanfall“): Zyanoseanfälle mit Todesfolge oder Reanimationspflichtigkeit in den ersten Stunden bis Tagen nach Geburt bei zuvor unauffälligen Neugeborenen. Wohl assoziiert mit Verlegung der Atemöffnungen beim frühen Haut-zu-Haut-Kontakt („Bonding“).

  • Pathophysiologie

    Unbekannt (wohl u.a. Verlegung Atemwege, Überwärmung)

    Fragezeichen (Kind dick eingewickelt)

    Dies deuten zumindest die vermeidbaren Risikofaktoren an. Auch nicht vermeidbare Faktoren wie Frühgeburtlichkeit sind plausibel, da sie z.B. geringere Kraftreserven mit sich bringen. Letztlich geklärt ist die Pathophysiologie nicht, man geht von einer multifaktoriellen Genese aus (Triple-Risk-Model, s. Erklärbär).

  • Diagnostik

    Ungeklärten/nicht natürlichen Tod bescheinigen → Polizei

    Reiter versteht Tod nicht → ruft Polizei

    Nur dadurch kommt die Rechtsmedizin ins Boot. Bei unklarer Todesursache: Leichenschau fertigstellen → Polizei informieren. Bei Anhaltspunkten für nicht-natürlichen Tod: Feststellung des Todes → Abbruch der Leichenschau → Dokumentation → Polizei informieren. Details s. Meditrick „Leichenschau“. Für Misshandlungs-typische Befunde: s. Meditrick „Misshandlung erkennen“. Cave: Auch gewaltsamen Tötungen sind oft von außen kaum zu sehen – z.B. Schütteltrauma oder Kissen auf den Mund drücken!

  • ...

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