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Vorwort

Meditricks ist ein Medium, das  lautmalerische und bildhafte Repräsentationen (Assoziationen) mit Fakten verknüpft. Ziel ist, dadurch Merkhilfen für medizinische Inhalte zu schaffen. Wir sind ein Team mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und versuchen für eine möglichst breite Nutzerschaft Assoziationen zu finden, die diesen helfen, besser zu lernen. 

 

Uns ist bewusst, dass wir eine bildhafte Sprache benutzen, die sehr ausdrucksstark ist und sehr unterschiedlich interpretiert werden kann. Die Interpretation unserer Bilder und was sie bedeuten, kann aus sehr unterschiedlichen Perspektiven erfolgen.

Ziele

Das primäre Ziel von Meditricks ist, mit diesen Assoziation das Lernen der Medizin und damit die medizinische Versorgung von Patientinnen zu verbessern. 

 

Jedoch ist es ebenso unser Ziel, in den Szenen von Meditricks Diversität und Gleichberechtigung abzubilden. Umgekehrt heißt das auch, dass wir keine Benachteiligung von Einzelpersonen oder Gruppen in unseren Bildern erzeugen wollen. Wir glauben, dass Diversität und Gleichberechtigung nicht nur die Menschheit bereichern, sondern auch unsere Meditricks bereichern – in ihrer Menschlickeit und Effektivität. 

 

Uns ist die Macht der Bildsprache bewusst und daher nutzen wir sie auch, um Stereotypen in unserer Gesellschaft auf den Kopf zu stellen (Bsp. weiter unten). 

 

Die Lernmethode funktioniert aber natürlich umso besser, je bekannter die Assoziationen sind. Daher benutzen wir auch häufig Archetypen und Stereotypen. In keiner Weise möchten wir jedoch dadurch irgendjemanden ausgrenzen oder verletzen. Menschenfeindliche Stereotypen vermeiden wird. 

 

Uns ist klar, dass wir das nicht jedes Mal schaffen, obwohl wir kritisch mit dem Thema umgehen. Mut- oder böswillig ist ein verletzender Einsatz von Stereotypen nicht. 

Wir verstehen unser Bemühen um eine nicht-diskriminierende Darstellung als einen dynamischen Lernprozess. Die nicht-diskriminierende Darstellung von Inhalten ist für uns ein Teil unserer Entwicklung eines Lernmediums, das Studierende, Praktizierende und Interessierte unterstützt. Für uns ist dies ein nicht abgeschlossener Vorgang, genau wie die Entwicklung unserer Lerntechnik ein fortwährender Prozess ist, den wir zu optimieren versuchen. Ziel ist es daher, mit der Meditricks-Nutzerschaft zusammen Meditricks nicht nur zu einer effektiven Lernplattform zu machen, sondern zu einer Plattform, auf der sich keiner diskriminiert fühlt. 

 

Sollen wir unser Ziel verfehlt haben, bitte wir Dich, uns zu kontaktieren (s. Umgang mit Kritik).

 

In den folgenden Abschnitten möchten wir für Interessierte Beispiele aufzeigen, wie und warum bestimmte Inhalte auf bestimmte Art bei uns dargestellt sind. Wir wollen außerdem aufzeigen, wie wir mit Kritik umgehen und diese in unsere Arbeitsroutine integrieren.

Umgang mit Kritik

Rückmeldung von außen wird bei uns anonymisiert mit dem Team geteilt.

Wir sind bemüht, auf Kritik individuell zu antworten. Auf Grund unserer Größe und der anderweitigen Tätigkeiten, erfolgt dies jedoch nicht immer sofort. Bevor Kritik geäußert wird, würden wir uns freuen, wenn Du Dir zunächst diesen Leitfaden durchliest, um besser zu verstehen, wie wir handeln und warum.

 

Unser Team arbeitet verstreut in Deutschland und dem Rest der Welt. An uns herangetragene Rückmeldung wird bei uns anonymisiert im Team geteilt. Bei unseren regelmäßigen Teamtreffen nutzen wir die Gelegenheiten, um rückgemeldete Aspekte und weitere innerhalb des Teams zu diskutieren. Die Ergebnisse dieser Diskussionen teilen wir mit allen Teammitgliedern, die nicht vor Ort sein können oder auf anderweitigen Wegen mit uns kommunizieren.

 

Unser Ziel ist es außerdem, immer auf Rückmeldungen zu antworten.

Umgang mit Sprache

Sprache definiert unser Denken, unser Weltbild.

"Ein Arzt kommt durch die Tür." Denkst Du hierbei an eine Frau oder einen Mann? Sprache prägt Gedanken, keine Frage. Es gibt sehr verschiedene Ansätze, um Diskriminierung in der Sprache zu verhindern. Vor allem im Bezug auf die Geschlechter haben sich viele Formen des Genderns etabliert. Wir haben uns im Team dafür entschieden,  in unseren Texten wenn möglich Partizipien zu verwenden und wenn nicht, zwischen weiblichen und männlichen Formen zu wechseln, wenn das Geschlecht nicht durch die Figuren oder Assoziationen bereits definiert ist.

Umgang mit Stereotypen

Meditricks arbeitet mit stereotypen Darstellungen, um Fakten langfristig im Gedächtnis zu verankern und damit die Medizin zu verbessern. Wir glauben jedoch an die Möglichkeit eines spielerischen Umganges mit Stereotypen, der sensibilisiert und Aufmerksamkeit schafft – was für das  Lernen wiederum förderlich ist. 

Unsere Wort- und Bildassoziationen basieren primär auf lautmalerischen (phonetischen) und inhaltlichen Analogien zwischen Fakten (Campylobacter) und ihren Repräsentationen (campender Bäcker). Vielfach arbeiten wir hier mit Archetypen, wie dem Märchen (Gut vs. Böse). Wir verfassen stereotype Repräsentationen nie mit diskriminierender Absicht. 

 

Wir glauben, dass man Stereotypen kreativ nutzen kann – sie bedienen das Gedächtnis sehr gut, weil sie vielfach bei uns angelegt sind und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Unsere Technik arbeitet damit, neues mit bekanntem Wissen zu vernetzen, damit das neue besser hängen bleibt. Das bedeutet im Hinblick auf Stereotypen aber nicht, dass wir sie in stereotypischer Weise abbilden müssen. Wir können auch ganz bewusst Stereotypen umdrehen. Dies bedingt einen Aha-Moment, der ebenfalls dem Lernen und Merken förderlich ist und gleichermaßen aber helfen kann, über gängige Stereotypen nachzudenken und diese zu durchbrechen. 

 

Ein Beispiel hierfür ist unser Bild zum Gelbfieber – die Jagd nach dem gelben Vieh-Bären. Hier macht sich die Frau auf dem Weg, den gefährlichen gelben Vieh-Bären zu erlegen, während ihr Mann zuhause bleibt, das Heim und das Kind hütet.

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Beispiel für bewusste Umstülpung von Stereotypen: Die Frau auf der Jagd nach dem gelben Vieh-Bären (Gelbfieber) – der Mann hütet Heim und Kind. 

Was machen wir, um eine diskriminierende Bildsprache zu verhindern?

Übung macht den Meistern – durch bewusste Sensibilisierung schaffen wir eine Arbeitshaltung, die sich mit unseren Werten deckt.

Die Erstellung unserer Meditricks verlangt von uns diverse Fertigkeiten. Das sind spezielle Kniffe, die wir uns selbst erarbeitet haben, das ist ein Gespür für das Erzählen guter Geschichten, die Auswahl allgemeinverständlicher Assoziationen. Das sind viele Arbeitsschritte, die es zu meistern gilt. Eine nicht-diskriminierende Bildersprache gehört für uns genauso dazu.

 

Wir haben mittlerweile viele Kontrollmechanismen, die unserem Ziel dienen, Diversität und Gleichberechtigung abzubilden. Teils sind sind sie an unseren Schaffensprozess maßgeschneidert. Dazu gehören:

 

a) Eine obligatorische Stereotypen- und Diversitäts-Checkliste für alle Ideengebenden im Anschluss als Abschluss des Kreativprozesses 

b) Das gegenseitige Feedback zwischen den Rechercheuren sowie den drei Ideengebenden

c) Feedback bei den Illustrationen

d) Das gegenseitige Feedback zwischen Sprechern, Audio- und Hertzchirurgen

e) Die Rückmeldung durch unsere Nutzerschaft

 

Hier erläutern wir Dir kurz, wie diese einzelnen Werkzeuge aussehen:

a) Checkliste im Ideenprozess

Die Ideengebung ist der kreative Prozess, in welchem wir die recherchierten und für das Merkbild bestimmten Fakten mit Figuren und Objekten assoziieren. Die Ideengebung beinhaltet ebenfalls die Konzeption der Geschichte, welche den Rahmen für das Merkbild liefert.

Hierbei gibt es diverse Dinge, welche die Ideengebenden berücksichtigen, sodass wir am Ende eine Checkliste nutzen, damit kein Schritt vergessen wird. 

Diese Checkliste beinhaltet ebenfalls die Prüfung auf diskriminierende Inhalte – bzw. die Prüfung, ob genug dahingehend positiven Inhalte enthalten sind. Diese soll u.a. sicherstellen, dass Ideengebende sich noch einmal bewusst mit diesem Aspekt auseinander. Das beinhaltet u.a. zu reflektieren, welche Geschlechterrollen für die einzelnen Figuren gewählt werden. Teils ergeben sich Geschlechterrollen aus der Geschichte oder der Art der Fakten, teils gibt es jedoch ein Spielraum für die Ideengebenden. Die Checkliste hilft, diesen Spielraum gleichberechtigt und divers zu gestalten. 

b) Feedback im Ideenprozess

Die Recherche wird in der Regel von einer einzelnen Person ausgeübt. Je nach Stadium erhält diese Person Rückmeldung von anderen Mitarbeitenden. Die Ideengebung wiederum wird von einer Person hauptsächlich verantwortet. Sie bekommt jedoch in zwei Feedback-Schleifen Rückmeldung von zwei weiteren Meditricksern. 

Dieses Feedback erlaubt es uns, mit zwei weiteren Paar Augen auf die Geschichte und die gewählten Assoziationen zu schauen. Dies soll einerseits sicherstellen, dass möglichst allgemeinverständliche Assoziationen ausgewählt werden. Andererseits erlaubt es einen frischen Blick auf die Geschichte und den Bildentwurf. Im Kreativprozess fokussiert man sich nicht selten auf ganz spezifische Aspekte seiner Idee und vernachlässigt dadurch unabsichtlich andere. 

Wir versuchen so im Team die Sensibilität für kritische Assoziationen zu erhöhen. 

Wir nutzen unserer Kommunikationswerkzeug sowie unsere Teamtreffen, um solche kritischen Aspekte zu beleuchten und zu diskutieren. 

c) Feedback bei Illustrationen

Als nächstes müssen unsere Zeichner und Illustrationen die vielen Schnapsideen in ein Bild umsetzen. Um unseren Künstlern möglichst präzise zu kommunizieren, wie etwas aussehen soll, nutzen wir Bildbeispiele aus dem internet. Einzelne Figuren und Objekte sind dabei teils sehr konkret definiert, da ihr Aussehen, ihre Kleidung, ihre Objekte ganz spezifische Fakten transportieren sollen (bspw. "verliert rote Ton-Vase" für "reduzierter Muskeltonus"). Andere Figuren und Objekte sind nicht definiert, da ihr Aussehen für keinen spezifischen Fakt entscheidend ist. Hier haben die Zeichner und Illustratoren die Freiheit, diese Figur oder dieses Objekt nach ihren eigenen Vorstellungen anzufertigen. Dies wird teils beeinflusst durch die von unserer Redaktion gewählten Bildbeispiele. 

Unsere Zeichner und Illustratoren haben sehr unterschiedliche kulturelle Hintergründe (Deutschland, Italien, Pakistan, Brasilien, El Salvador, Philippinen). Sie bringen somit eigene Darstellungs-Tendenzen mit ein. Diese möchten wir im Sinne der künstlerischen Freiheit und Darstellungs-Diversität so wenig wie möglich einschränken. Unsere kunstschaffenden Teammitglieder sind jedoch wie alle anderen in den Diskussionsprozess um eine nicht-diskriminierende Bildersprache eingebunden. 

Sollten uns bei der Abnahme der Bilder einzelne Aspekte als kritisch auffallen, versuchen wir diese im Prozess zu ändern. 

d) Feedback im Audio- und Videoprozess

Zu den fertig illustrierten Merkbildern verfassen wir anschließend Sprechertexte. Diese basieren auf den Ideendokumenten. Die Audios unterliegen dabei teils spontanen Improvisationen durch die Sprecher. An mehreren Punkten haben wir hier die Möglichkeit für Feedback implementiert: Die Sprecher lesen die geschriebenen Texte gegen und können etwaige Stellen anpassen; die Hertzchirurgen ("Audioschnitt") können kritische Passagen rückmelden, ebenso wie die Videochirurgen ("Videoschnitt"). 

Trotz diese verschiedenen Schnittstellen passieren Fehler. Diese sind häufig inhaltlicher Natur. Genauso kann es aber auch zu Äußerungen kommen, die für einzelne Personen diskriminierend wirken. Auch hier bitten wir um Rückmeldung. 

 

e) Rückmeldung durch die Nutzerschaft

Ein letztes, wichtiges Instrument für nicht-diskriminierende Bildsprache ist unsere Nutzerschaft. Trotz der zuvor genannten implementierten Feedback-Schleifen, trotz eines für die Thematik sensibilisierten Teams kann es uns passieren, dass einzelne Meditricks Inhalte aufweist, die Lernende verletzen. Hier bitten wir um direkte Rückmeldung. Wie in den weiteren Teilen genannt, gibt es teils Gründe, warum bestimmte Aspekte auf bestimmte Art dargestellt werden. Sollten diese jedoch eine nicht-zweckmäßige Bildsprache verwenden und für uns nachvollziehbar nicht mit den Werten einer nicht-diskriminierenden Bildsprache übereinstimmen, wie wir sie unter den Gegebenheiten unserer Projektes anstreben, bemühen wir uns, diese Inhalte zeitnah zu ändern. 

Beispiele für Stereotypen in unseren Bildern

Einige unserer Merkbilder nutzen Darstellungen oder Stereotypen, die zunächst diskriminierend wirken mögen. Wir möchten hier erklären, wie wir arbeiten. Wir glauben, dass ein Verständnis für unsere Vorgehensweise bei der Auswahl von Figuren hilft, zu verstehen, dass Figuren nicht diskriminierend eingesetzt werden, sondern Verständnis für Erkrankungen verstärken sollen. Mit dem Ziel, Wissen besser zu behalten und eine bessere Medizin zu ermöglichen. 

Wir würden uns freuen, wenn wir durch die folgenden Beispiele das gegenseitige Verständnis fördern können, warum wir unsere Bildsprache so wählen, wie wir sie wählen. 

 

Hierzu haben wir folgende Bildbeispiele

– Systemischer Lupus Erythematodes

– Leishmaniose

Systemischer Lupus Erythematodes

Der Meditrick besteht aus zwei Teilen, deren Geschichte auch im Kontext beider Teile zu sehen ist. Lupus ist dabei eine durch Immunkomplexe vermittelte Erkrankung, die häufiger bei dunkelhäutigen als bei hellhäutigen Menschen vorkommt, Gelenkschmerzen verursacht und mit dem Auto-Antikörper ANA einhergeht. Unser Ziel war es, diese Fakten in eine möglichst gute merkbare Geschichte zu packen.

 

Der erste Teil unseres Merkbildes zum Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) ist im historischen Kontext der Sklaverei in den USA eingebettet. Der erste

Meditrick spielt daher in der Vergangenheit auf dem "Acker einer Ananasplantage französischer Großgrundbesitzer". Im Bild wird die Sklaverei weder verherrlicht, noch verleugnet. Warum haben wir dieses Szenario gewählt?

Harte körperliche Arbeit hat uns erstens an Gelenkschmerzen erinnert. Diagnostisch werden ANAs (Anti-Nukleäre-Antikörper) nachgewiesen, daher die Ananasplantage. Der Acker steht für ACR-Kriterien, wie A-c(k)-e-r. Wir wollten auch darstellen, dass dunkelhäutige Menschen in den USA von Lupus häufiger betroffen sind, um diesen epidemiologischen Fakt unterzubringen. Ein Symptom ist das Raynaud-Phänomen mit seiner typischen "Trikolore", wie auch die französische Flagge genannt wird. 

 

So ist uns die Einbettung in den genannten historischen Kontext eingefallen, der nicht verherrlicht wird, sondern lediglich die Rahmenhandlung als Erinnerungsstütze liefert. Dabei ist uns natürlich nicht daran gelegen, Sklaverei gutzuheißen. Wir haben den historischen Kontext benutzt, um eine starke Merk-Geschichte zu erzählen. Wir sind der Auffassung, dass auch negative Kapitel in der Menschheits-Geschichte als Grundlage dienen können, um sich medizinische Fakten einzuprägen, solange es nicht auch

darum geht, die dunklen Kapitel oder Ideologien zu verherrlichen, sondern als Vehikel zu

benutzen. Die Szene selbst ist gefüllt mit positiven, liebevoll gezeichneten und illustrierten Figuren.

 

Ein bisschen unserer Einstellung lassen wir erst im zweiten Teil durchschimmern: Im Lupus-Meditrick Teil 2 brechen wir aus dem historischen Kontext heraus, die

Mutter von Lupina ist gestorben und die Tochter Lupina protestiert gegen die Folgen der

Sklaverei. Sie ist dabei Haupt-Protagonistin im Kampf dagegen und somit in unseren

Augen Heldin im Meditrick.

Der Meditrick ist anscheinend jetzt in der Gegenwart, was auch Absicht war: Die Folgen

der Diskriminierung von dunkelhäutigen Amerikanern ist bis zum heutigen Tag spürbar

und hat sicherlich eine starke Wurzel in der Sklaverei-Geschichte.

Hier thematisieren wir (beiläufig zur Diagnostik und Erkrankung der Lupus-Therapie), dass viele moderne Lebensmittelpreise unsere Kosten sparen, aber dafür auf Kosten vieler anderer Menschen gehen und damit eine Form moderner Ausbeutung von Menschen darstellt. 

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Systemischer Lupus Erythematodes (SLE): Das erste Bild spielt auf einer Ananas-Plantage (ANAS, Antinukleäre Antikörper). Die Szene liefert die Rahmenhandlung um sich zu merken: SLE ist bei afrikanisch-stämmigen Amerikaner häufiger, geht mit der Trikolore des Raynaud-Phänomens einher (Französische Flagge) und wird über die ACR-Kriterien (Acker) diagnostiziert, zu denen auch die ANAS zählen. 

Das zweite Bild wiederum wertet die Sklaverei bewusst als negativ. Die Frauen leiten hier auch die Demonstration an. Das Bild thematisiert bewusst mit dem Hinweis "Kein Blutpreis für Ananas!!" die billige Produktion von Lebensmitteln als “moderne Form von Sklaverei”. 

Leishmaniose

Das Szenario zum Merkbild Leishmaniose spielt auf einem Basar in Allepo – auch in der Vergangenheit. Hier treffen einheimische, arme Leuten auf eine Touristin aus Brasilien und einen Major, die dort einkaufen. Im Text wird die alte und neue Welt genannt, deren Trennlinie die Begegnung Amerikas darstellt. Initial hatten wir von der “Entdeckung Amerikas” gesprochen: Das ist natürlich Unsinn, da Amerika aus eurozentristischer Sicht “entdeckt” wurde, natürlich aber immer schon mit seinen beheimateten Völkern bestand – nur nicht im Wissen der Lebenswirklichkeit unserer Vorfahren. Diese Terminologie haben wir darauf hin aus unserem Video entfernt. Wir haben sie zum damaligen Zeitpunkt unsensibilisiert und daher unkritisch von anderen Quellen übernommen. Der Major lässt anmuten, dass der Meditrick in der kolonialen Vergangenheit spielt und der Kontrast zwischen Armen und Reichen ist sehr stark. 

 

Wir erachten die Darstellung des Kontrastes zwischen Arm und Reich und “alter” und “neuer Welt” als zweckmäßig: Die Leishmaniose wird von der WHO zu den Neglected Diseases, den vernachlässigten Erkrankungen gezählt. Darauf gehen wir in unseren Video ein. Diese Erkrankung, welche häufig die Ärmsten der Armen trifft, ist in vielen Ländern Afrikas oder in Ländern wie Indien und Nepal verbreitet (Inzidenz: 2 Millionen – Todesfälle: bis 50.000.) Die entsprechende Darstellung Betroffener soll daher nicht diskriminieren sondern ist zweckmäßig gebunden, da sie Wissen vermittelt. 

Für uns ist das Bild zur Leishmaniose eine Möglichkeit, um Studierenden, Praktizierenden und Interessierten Wissen über eine Erkrankung zu vermitteln, die zumindest im Studium meist keinen hohen Stellenwert hat und zu der viele nicht allzu viel wissen. Wir gehen in unseren Merkbild ausführlich auf die verschiedenen Krankheitsformen ein, wie sie zu unterscheiden sind und wie man sie unter anderem therapiert. Wir sehen uns Bild als eine Chance, mehr über diese hier vernachlässigte Erkrankung zu behalten. 

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Darstellung unterschiedlicher Lebenswelten. Diese soll keine Bewertung enthalten sondern dient einerseits der Vermittlung von (aktuell noch) medizinischen Tatsachen für die Verteilung Betroffener und vermittelt andererseits die Namen der Erreger durch Assoziationen (L. major – der Major; L. braziliensis – die Brasilianerin).  

Orientierung an Richtlinien

Es gibt Guidelines, Richtlinien, die helfen sollen, eine nicht-diskriminierende Wort- und Bildsprache zu entwickeln.

Unser Medium arbeitet teils mit stereotypen Darstellungsweisen, vorzugsweise auf eine Aufmerksamkeit-schaffende, spielerische Art, welche Stereotypen umdreht. Entsprechend haben wir bisher keine Richtlinien gefunden, die eine Anwendung in unserem speziellen Fall berücksichtigt.  

Wir haben daher Elemente aus einigen Richtlinien in unseren Stereotypen-Check übernommen, orientieren uns aber bewusst nicht streng an nur einer bestimmten Richtlinie. (Auch einzelne Richtlinien sind umstritten und Teil von nicht abgeschlossenen Diskussionen.) Wir sehen das Bemühen um nicht-diskriminierende Wort- und Bildsprache als einen fortwährenden Prozess. Was heute so gehandhabt wird, kann Morgen wieder anders gehandhabt werden. Wichtig für uns ist, das eigene Tun kritisch zu betrachten und danach zu streben, das eigene Tun zu verbessern. 

Wir verfolgen die gegenwärtige Diskussion und führen mit unseren Nutzenden und im Team selbst diese Diskussion fort, besonders im Bezug auf unser eigenes Lernmedium mit seinen ganz eigenen Anforderungen. 

Vorgehen bei Old School Meditricks

Die Old School Meditricks stammen aus unserer eigenen Lernzeit auf die Examina, sie sind zum privaten Gebrauch entstanden.

Die Old School Meditricks repräsentieren nicht den Stil und das gegenwärtige Selbstverständnis von Meditricks. Sie decken aber weitere Themen ab und erweitern somit den Umfang unserer Lernangebotes. Ausgewählte Themen ersetzen wir langfristig durch neue Meditricks.

Sie werden dann aus unserem Angebot endgültig entfernt.

 

Sollten die Inhalte der Old School Meditricks Dir anstößig und nicht vertretbar sein, trotz des genannten Sachverhaltes , dann bitten wir um Meldung und Begründung. Ist für uns nachvollziehbar und offensichtlich, dass die gemeldeten Inhalte nicht vertretbar sind, werden wir sie entfernen. Dies heißt für uns, die Inhalte nutzen Stereotypen, Figuren, Bilder oder Darstellungen in einer nicht-zweckmäßigen Weise. Da der Aufwand für die Überarbeitung oder Reproduktion sehr groß ist, stehen die entfernten Inhalte der Lerngemeinschaft dann nicht mehr zur Verfügung.

 

Schlusswort

Lernen, achtsam zu sein

Wir konnten Dir hoffentlich mit diesem Schreiben drei Dinge vermitteln: 

 

1. Wir bemühen uns, Diversität und Gleichberechtigung in unseren Meditricks zu thematisieren. Wir stecken im Lernprozess, diesem Thema noch mehr Raum zu geben. 

2. Wir sind nicht perfekt und verfehlen unser Ziel manchmal. Dahiner steckt keine böswillige Absicht. 

3. Wir sind für Feedback in dieser Hinsicht offen. Bitte kontaktiere uns, wenn Dir etwas hinsichtlich Diskriminierung auffällt. 

 

Dein Team Meditricks

 

 
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Wir freuen uns über Rückmeldung

und wünschen frohes Merken!

Dein

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